21. Juni 2011

Die Energieversorgung nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft sicherzustellen ist keine leichte Aufgabe - weder für die Bundesländer, die Landkreise noch die Kommunen. Vor allem letztere sind in der Verantwortung ihren Beitrag zu einer zukunftsgerichteten Energiepolitik zu leisten. Alternative Energien, wie die Windkraftanlagen sind dazu grundsätzlich notwendig. 

Gerade in diesem Bereich der Erneuerbaren Energien kann die Verbandsgemeinde stolz sein, eine Vorreiterrolle eingenommen zu haben. Denn bereits 2003 erstellte die Verbandsgemeinde einen Flächennutzungsplan mit Flächen für die Erstellung von Windkraftanlagen im nordöstlichen Gemarkungsbereich. Die Ortsgemeinde Herxheimweyher hat dies mit einem Bebauungsplan, der 62 ha Vorratsflächen aufweist, manifestiert.

Mittlerweile stehen dort drei, zusammen mit Offenbach, Bellheim und Rülzheim zwölf Windkrafträder. Die Errichtung weiterer Anlagen, auch in Absprache mit den genannten Gemeinden, ist auf diesen Flächen durchaus noch möglich. Aus diesem Grunde erachten wir die weitere Ausweisung von Vorrangflächen zum jetzigen Zeitpunkt nicht als notwendig.

Unser Handeln sollte nicht kurzfristig, stark von Emotionen getragen durch die Geschehnisse und Erkenntnisse aus der Katastrophe in Japan, gelenkt sein. Entscheidungen die wir heute treffen, haben nämlich gerade in diesem Thema langfristig Auswirkungen. 

Für die Energiewende stehen schließlich noch andere Energiequellen zur Verfügung. U.a. ist die Südpfalz, also auch unsere Verbandsgemeinde, hervorragend geeignet, die Sonne als Energiespender zu nutzen. Unsere Gemeinden könnten z.B. bei der künftigen Bauleitplanung mehr auf eine Südorientierung der Dachneigung bei Gebäuden achten. Ebenso könnten alle öffentlichen Gebäude, soweit nicht bereits geschehen, auf die Nutzung der Photovoltaik überprüft werden, wobei auch eine Verpachtung in Betracht gezogen werden sollte. In unserer Verbandsgemeinde, steht auf der Gemarkung Insheim ein Geothermie-Kraftwerk zur Verfügung. Auch diese regenerative Energieerzeugung bietet eine langfristige Chance für die Zukunft, die allerdings noch besser erforscht werden muss.  

Das Augenmerk bei der anstehenden Energiewende muß -durch Bewußtseinsbildung-  auch auf die Senkung des Energieverbrauchs gelenkt werden. Das Amtsblatt wäre dazu ein geeignetes Medium.     

Die CDU-Fraktion stimmt daher überein, keine weiteren Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen, denn wir machen damit  deutlich, dass zuerst bereits ausgewiesene Flächen einer vollständigen Nutzung zugeführt werden sollen. Wir verschließen uns nicht der Energiewende und damit auch nicht dem Ausbau der Windenergie in der Region, sofern sie mit der Beteiligung der Bevölkerung und der Kommunen erfolgt. Die Akzeptanz der Maßnahmen vor Ort muss aber Voraussetzung für zusätzliche Windkraftanlagen sein. Ausreichende Mindestabstände zur Wohnbevölkerung müssen gegeben sein. Ein „Wildwuchs“ von Windkraftanlagen ist nicht erstrebenswert, ebensowenig eine zu starke Beeinträchtigung von Mensch und Natur.

Foto: southgeist

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